Magen-Darm-Infekte nach rohem Obst und Gemüse?

Das hatten wir noch nie: Fast 9000 Kinder und Jugendliche sind an akuten Magen-Darm-Infekten erkrankt. Alle hatten wohl vom selben Schulessen aus der Kantine gegessen.

Die vermutlichen Auslöser solcher Verdauungsstörungen können Novoviren oder Gifte von Ausscheidungen von Bakterien (wie Staphylococcus aureus) sein. Dieser Fall ist beispiellos in Deutschland und man fragt sich, wie das passieren konnte.

Novoviren können durch rohes Obst und Gemüse übertragen werden. Ich verrate Ihnen, wie Sie Obst und Gemüse besser und auf gesunde Weise verwenden.

Was sind Novoviren?

Obst der Jahreszeit

Obst der Jahreszeit – aber bitte nicht roh

Novoviren spielen eine Rolle beim Brechdurchfall. Sie werden schon bei kurzem Kochen bei 90 Grad zerstört. Eine Übertragung ist nur möglich durch rohe Lebensmittel – also in der Regel durch Obst und Gemüse. Gute Infos zum Thema habe ich beim Lebensmittelchemiker Udo Pollmer gefunden:

Soforthilfe bei Durchfall

Das beste Mittel das ich kenne, um Durchfall zu mildern ist die Heilerde. Man bekommt sie fein gemahlen zu kaufen, zum Beispiel in der Apotheke, im Reformhaus oder im Bioladen. Man rührt etwa 1 Teelöffel davon in 1/2 Glas Wasser gut ein (oder nach Angaben auf der Packung) und trinkt es auf einen Zug. Mit einem weiteren Glas Wasser kann man “nachspülen”.

Heilerde gehört in jede Hausapotheke und hilft auch Hunden und Katzen bei Durchfall. Viele wildlebende Tiere fressen instinktiv Erde zur Reinigung und Entwurmung ihrer Gedärme. Heilerde bindet Gifte im Darm und beruhigt die gereizte Darmwand. Sie wird nicht nur bei Durchfall sondern auch gegen Blähungen eingesetzt.

Bezugsquelle: Shop Heilerde

Kein rohes Gemüse?

Broccoli

Broccoli im Siebeinsatz gedämpft

Der aktuelle traurige Anlass gibt mir Gelegenheit, meine alte Empfehlung neu auszusprechen:

Rohkost ist nicht gesund und sollte weitgehend gemieden werden.

In der Regel wird dieser Rat mit Erstaunen aufgenommen. Bedenken Sie dabei: Erst moderne Ernährungstheorien haben uns auf die Idee gebracht, den Kochtopf zu vergessen.

Oft wird Rohkost deswegen praktiziert, weil es natürlich Zeit spart, wenn nicht gekocht wird. Zeit sparen kann man aber auch, wenn man von Gemüsegerichten eine große Portion kocht. Diese kann man ohne Probleme wieder aufwärmen, ja, Kohl zum Beispiel gewinnt dadurch noch an Geschmack, denken Sie nur an Rotkohl. Viele kennen aus der Kindheit auch noch den Eintopf, der Zeitsparer schlechthin.

Oder Sie dünsten einfach das Gemüse im Siebeinsatz, das geht superschnell und es ist nicht mehr roh. Besonders geeignet ist diese Garmethode für Gemüse wie Broccoli.

Gesunde Rohkost

Sauerkraut

Sauerkraut ist fermentierte Rohkost

Eine gesunde Gemüse-Rohkost ist das fermentierte Gemüse. Das uns bestens bekannte Beispiel dazu ist das Sauerkraut.

Das hat sich rumgesprochen: Die durch das Einlegen des fein geschnittenen Weißkohls in Salzlake entstehenden Milchsäurebakterien bauen die Darmflora auf. Deshalb ist es eine gute Idee, rohes Sauerkraut zu essen. Das können Sie fast immer zu jeder Mahlzeit tun. Günstig ist es, 1-2 Eßlöffel vom Sauerkraut als Abschluß der Mahlzeit zu nehmen, das vermindert auch Sodbrennen.

Sauerkraut kann man leicht selbst herstellen. Das Rezept verrate ich Ihnen gerne mal bei Gelegenheit.


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Kein rohes Obst?

In der Anfangszeit meiner Ernährungsumstellung habe ich über ein Jahr lang kein einziges Stück rohes Obst gegessen. Auch heute noch ist rohes Obst eine Ausnahme. Das tue ich aber nicht aus Angst vor Bakterien oder dem Novovirus, sondern aus anderen Gründen:

Rohes Obst (ebenso wie rohes Gemüse) verursacht ziemlich leicht Gärung im Magen-Darm-Trakt. Dadurch kommt es zu Verdauungsstörungen, die sich je nach Lage als einfache oder starke Blähungen zeigen können. Diese Irritiationen können auf Dauer Schäden im Darm verursachen, die zum sogenannten Leaky-Gut-Syndrom führen können. Dabei geht es um  – ganz salopp ausgedrückt – “Löcher” in der Darmwand. Durch diese dringen Stoffe aus dem Darm überall hin ins Gewebe, wo sie absolut nicht hingehören. Eine mögliche Folge kann die ständige Schwächung des Immunsystems sein.

Nur ein geschwächtes Immunsystem “fängt” sich einen Virus ein. Wer einen gesunden Darm hat, hat auch ein starkes Immunsystem. Und nun schauen Sie mal, was unsere Kinder schon im Kindergarten bekommen: Es gibt so gut wie täglich rohes Obst, weil man glaubt, es sei gesund.

Obst ist als Kompott wesentlich freundlicher zum Darm. Und es schmeckt viel besser als rohes, das wird mir immer wieder bestätigt. Gerade jetzt im Herbst gibt es zum Beispiel die tollen Birnen. Birnen haben einen hohen Zuckeranteil. Dieser Zucker gärt im warmen Darm und macht Bauchkneifen und Blähungen.

Rezept: Birnenkompott

Birnenkompott

Birnenkompott ist ein herbstlicher Nachtisch

Zutaten für 2-3 Portionen
  • 2-3 möglichst reife Birnen
  • gut ½ Teelöffel Agar-Flocken oder knapp 1/2 Teelöffel Agar-Pulver
  • 1 Teelöffel Kuzu-Speisestärke
  • 1 Esslöffel Reissirup
  • 1-2 Tropfen Stevia
  • 1 Prise Salz
  1. Birnen waschen und mit Schale in grobe Stücke schneiden.
  2. Etwa 3 Tassen Wasser in einen kleinen Topf geben und Agar und Kuzu in das kalte Wasser einrühren, bis es völlig aufgelöst ist. Unter Rühren zum Kochen bringen.
  3. Dann Reissirup in der Flüssigkeit auflösen und eine Prise Salz dazugeben. Stevia dazugeben.
  4. Die Birnenstücken 1-2 Minuten (oder länger, je nach Sorte) köcheln lassen.
  5. Das fertige Kompott in einer Schüssel oder gleich in Portionsschalen abkühlen lassen.

TIPP: Das ist ein Grundrezept, nach dem Sie alle gängigen einheimischen Obstsorten wie Äpfel oder Pflaumen kochen können. Gar nicht geeignet sind z.B. Bananen, auch deswegen, weil sie einen so hohen Fruchtzuckeranteil haben.

TIPP: Verwenden Sie Kuzu. Das ist eine Speisestärke wie Mondamin, aber mit Heilwirkung auf den Darm. Außerdem bindet Kuzu die Obstsäure. In der makrobiotischen Heilküche wird Kuzu bei Darmproblemen eingesetzt. Am besten verwenden Sie es regelmäßig zur Vorsorge.

PDF Rezept: Birnenkompott

Wie ist das bei Ihnen, essen Sie Rohkost aus Überzeugung? Geht es Ihnen gut damit? Oder haben Sie Beschwerden? Schreiben Sie mir davon im Kommentar gleich hier unten. Vielleicht können andere von Ihren Erfahrungen profitieren.


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2 Kommentare

  1. Inga

    Hallo!!!

    Auch ich war der Rohkost verfallen. Allerdings habe ich Gemüse nie gerne roh gegessen und nur ein paar Mal gemacht, weil es nicht schmeckte!!! Eher grüne Blätter habe ich gegessen, also Salat. Gemüse schmeckt gekocht viel besser!
    In der Rohkostszene wird das Gemüse dann püriert und mit allem möglichen übertüncht, um es roh essen zu können. Damit täuscht man sich und seinen Körper. Es geht einem nicht gut und man merkt es gar nicht, weil man so sehr glauben will, dass es gut für einen ist. Dabei verzichtet man sogar auf wirklichen Genuss!
    Ich habe mich übrigens schon immer gefragt, warum ausgerechnet DAS, was gut schmeckt, so ungesund sein soll! Vor allem beim Fett wie der Butter! ;-) Süßes schmeckt zwar auch gut, aber ich habe gemerkt, dass das Süße schon sehr schnell ZU süß schmeckt.

    Abgesehen davon, ob die Rohkost schmeckt oder nicht (einigen schmeckt es ja sogar):
    Was ich an der Sache nicht verstehe, ist die Aussage, dass der Darm, falls er rohes Obst und Gemüse nicht verträgt, sehr geschwächt ist und man ihn wieder an “schwerer Verdauliches” gewöhnen kann. Einige haben berichtet, dass sie in der ersten Zeit Blähungen hatten und diese nach 1 Monat wieder weg waren.

    Allerdings finde ich, dass der Geschmack ein sehr wichtiges Signal ist. Möglicher Weise schmeckt einem genau das gut, was der Darm auch in der Lage ist, zu verarbeiten. Und nicht nur der Geschmack ist wichtig! Auch der Geruch und auch das Gefühl, dass man beim Verzehren einer Speise hat. Manchmal schmeckt etwas gut, aber man hat so ein komisches Gefühl bei der Sache. Und dann noch, wie es sich anfühlt im Mund und im Rachen. Ich verspüre im Rachen bei rohem Obst und auch bei Olivenöl ganz schnell ein Kratzen. Bei gekochtem Obst allerdings auch.
    Ich bin froh über diese Warnsignale und ich finde, dass wir alle sie wieder entdecken sollten, um sie effektiv für uns zu nutzen… Ebenso natürlich die angenehmen Signale… Und auch sonst die Signale, wie man sich fühlt nach dem Essen und auch 2 Stunden später…

    Neulich habe ich mir einen sehr leckeren Birnenkompott gemacht. Allerdings habe ich nur 2 TL gegessen, weil es danach schon im Hals kratzte. Aber diese 2 TL waren genau richtig und ein Genuss! Und es befriedigt den Süßhunger, ohne, dass man sich danach schlecht fühlt, wie es beim Zucker der Fall ist.

    Ganz liebe Grüße,
    Inga

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